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21.10.2011 18:58 Uhr - Aktualisiert 24.10.2011 15:00 Uhr

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Tim und Struppi ermitteln in 3D: Steven Spielberg bringt Kult-Comic ins Kino

Berlin (dpa) Das 3D-Spektakel "Tim und Struppi" wird beim Publikum einschlagen - davon ist Starregisseur Steven Spielberg überzeugt: "Der Film ist ein solcher Spaß. Ich denke, wir hatten so viel Spaß dabei, ihn zu machen, wie die Leute dabei haben werden, ihn zu sehen", sagte Spielberg in einem Interview des Internetanbieters "t-online.de". Er hat die Abenteuer des Comic-Reporters von Tim und dessen treuen Begleiter Struppi zusammen mit "Herr der Ringe"-Regisseur Peter Jackson verfilmt.

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"Die Art, wie wir die Charaktere und wie wir die Welt gestaltet haben, das war alles für die Fans", erklärt Spielberg. Wichtig war den beiden Hollywood-Regisseuren, den charakteristischen Merkmalen der gezeichneten "Tim und Struppi"-Figuren filmisch gerecht zu werden und damit auch ihrem Schöpfer Hergé. "Wir bewunderten beide Hergé und wollten ihm einen Dienst erweisen", sagt Spielberg. Ab kommenden Donnerstag (27. Oktober) läuft der "Tim und Struppi"-Film im Kino.

Wenn jemand etwas über "Tim und Struppi" weiß, dann ist es der britische Journalist Michael Farr. Im Alter von vier Jahren las er seinen ersten Band, wurde wie der Comic-Held Journalist und reiste um die Welt. Außerdem traf Farr den Schöpfer von "Tim und Struppi", Hergé, und schrieb zwei Bücher über das Comic.

Wie haben Sie reagiert, als Sie hörten, dass Spielberg und Jackson "Tim und Struppi" verfilmen, und was hätte Hergé dazu gesagt?
Michael Farr: Der Film ist abenteuerlich, sehr schnell, und wird allen viel Spaß bereiten. Er ist nicht wie die Bücher, aber ähnlich. Ich war ganz begeistert, weil ich weiß, dass Hergé selbst ein großer Fan von Spielberg war. Er hatte in den 70er Jahren die ersten Spielberg-Filme gesehen und war sehr beeindruckt. 1982 hat er Hergé dann nach den Rechten an einer der "Tim und Struppi"-Geschichten gefragt. In den Archiven von Hergé fand ich einen Brief vom Januar 1983, in dem er schrieb, dass nur der junge amerikanische Regisseur Tim mit Erfolg ins Kino bringen könne. Hergé war immer sehr fortschrittlich und modern. Tim war schließlich 16 Jahre vor Neil Armstrong auf dem Mond. Hergé wäre begeistert von den Möglichkeiten gewesen, die das Kino zum Beispiel in Form von 3D-Technik bietet.

Was ist so faszinierend an den Geschichten rund um Tim und Struppi?
Farr: Die Qualität. Jede Geschichte hat so viel Arbeit gekostet und ist extrem gut recherchiert. Hergé war außerdem ein guter Zeichner und Erzähler. "Tim und Struppi" ist zeitlos, weil die Geschichten so gut sind. Toll ist, dass Tim relativ einfach gezeichnet und dadurch anonym und abstrakt ist. Jeder Leser - Junge, Mädchen, Alt und Jung - kann sich mit der Figur identifizieren. Dadurch kann der Leser Tim selbst sein. Die anderen Charaktere sind mit großer Detailgenauigkeit gezeichnet. Das und die Tatsache, dass Tim immer in einem anderen Land ist, macht die Geschichten auch im Ausland so erfolgreich.

Sie hatten die Möglichkeit, Hergé noch persönlich kennenzulernen. Wie hat er gearbeitet und was für ein Mensch war er?
Farr: Am Anfang saß er im Büro einer Zeitungsredaktion und hat die Aktivitäten um sich herum als Inspiration genutzt. Ab 1950 hatte Hergé dann ein eigenes Studio mit Mitarbeitern, die ihm bei den Hintergründen halfen und zum Beispiel bei den Autos. Er selbst war ein sehr zurückhaltender Mensch. Er war lieber der stille Beobachter und wollte nie über seinen eigenen Erfolg sprechen. Seine große Leidenschaft war die Moderne Kunst. Hergé hatte eine sehr wichtige und interessante Sammlung.

Welchen Stellenwert hat Hergé in der Comic Welt - zwischen Superman, Asterix und Micky Maus?
Farr: Für mich ist Hergé in Europa zweifellos die Nummer Eins. Er war der große Pionier der Comic-Skripts. In Amerika war es Micky Maus, und nach dem Krieg kamen die Superhelden-Figuren vom Marvel-Verlag, die Comic-Geschichte geschrieben haben. Der Vorteil von Tim ist, dass er kein Superheld ist, sondern realistisch, sozusagen ein ganz normaler Mensch.

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