Geschäftsleute freuen sich über Finanzspritze
Eberswalde (MOZ) Bürgermeister Friedhelm Boginski hat am Donnerstag die ersten vier Fördermittelbescheide überreicht. Bereits seit 2009 nutzt die Stadt den Fonds für klein- und mittelständische Unternehmen (KMU), um Geschäftsleute unter die Arme zu greifen. 67 500 Euro werden jährlich als kommunaler Anteil in den Haushalt eingestellt.
Unterstützung garantiert: Bürgermeister Friedhelm Boginski überreichte gestern an Sylvia Liedtke und Tochter Ulrike, Henri Bohtz, Franziska Laska sowie Uwe Grohs (v. l.) die ersten Bewilligungen des Jahres 2012 aus dem Fonds für klein- und mittelständisch
"Eberswalde ist beim KMU-Fonds gut aufgestellt. Von den 225 Anträgen, die bisher gestellt wurden, kommen 45 aus Eberswalde. Von den bisher erteilten 103 Bewilligungen gingen 19 in die Kreisstadt. Von den 2,5 Millionen Euro hat Eberswalde 500 000 Euro erhalten", zeigte sich Boginski mehr als zufrieden. Aufgelegt wurde der Fördertopf für die 15 Regionalen Wachstumskerne, zu denen die Kreisstadt von Anfang gehört. Gestärkt werden damit die rund 16 000 Arbeitsplätze am Standort Eberswalde und die 9000 Pendler, die jeden Tag zur Arbeit in die Stadt kommen. "Fünf Prozent des Fördergeldes geben wir aus unseren Haushalt hinzu, das ist uns sehr wichtig. Und es ist praktisch geschenktes Geld", ermunterte Boginski heimische Gewerbetreibende und Unternehmer den Fördertopf des Landes noch stärker zu nutzen.
Die vier Bescheide, die er am Donnerstag ausreichte, haben ein Gesamtvolumen von 100 000 Euro. Sylvia Liedtke aus dem Ortsteil Spechthausen nutzt das Geld für ihre neue Praxis für Physiotherapie und Podologie in der Eisenbahnstraße 6. Drei neue Arbeitsplätze konnte sie damit schaffen. "Mit der Förderung soll die Praxis nach den neuesten Kenntnissen der Medizin ausgestattet und der Eingang behindertengerecht umgestaltet werden", sagt sie. Die Leitung der neuen Praxis hat Tochter Ulrike Liedtke übernommen. Sylvia Liedtke kümmert sich weiterhin um die physiotherapeutische Einrichtung an der Spreewaldstraße 2.
Der Hauptgeschäftsitz von Franziska Laske ist zwar Lichterfelde, seit November 2011 aber betreibt sie auch eine Filiale an der Puschkinstraße 15. "Wir hatten von 1999 bis 2004 schon einmal ein Intermezzo in Eberswalde. Das Geschäft an der Goethestraße aber blieb unrentabel und musste aufgegeben werden", erklärte sie. Der Markt im Bereich Freizeit und Outdoor habe sich aber inzwischen gut entwickelt. Reges Geschäftsleben verspricht sich Franziska Laska außerdem von der Bebauung Friedrich-Ebert-Straße Süd, dem künftigen Bürgerbildungszentrum und nicht zuletzt durch die Studenten der Hochschule für nachhaltige Entwicklung. "Bei den Ebrswalder Behörden habe ich mich besser betreut gefühlt als in der Schorfheide", dankte Franziska Laska vor allem Jutta Aßmann vom Amt für Wirtschaftsförderung und Tourismus. "Ohne sie hätte ich den ganzen Papierkram nicht bewältigt. Die vielen Formulare, die auszufüllen und abzustempeln sind, dürften so manchen Geschäftsmann abschrecken, Geld aus dem KMU-Fonds zu beantragen", bescheinigte auch der Eberswalder Geschäftsmann Uwe Grohs. Sein Ingenieurbüro für Bauplanung an der Brunnenstraße zählt 15 Mitarbeiter - fast 70 Prozent sind Frauen. Mit der KMU-Förderung sollen sich hauptsächlich die Arbeitsbedingungen verbessern. Geplant sind neue Softwareprogramme und moderne Computeranlagen. "Wir planen unterschiedliche Gewerke", sagt Uwe Grohs. Zu den Tätigkeitsfeldern seines Unternehmens gehören Ingenieur- und Architektenleistungen für die Vorbereitung, Planung und Durchführung von Baumaßnahmen sowie die Bauüberwachung.
Henri Bohtz betreibt seit 20 Jahren Tabak- und Zeitschriftenhandel. Mit den Fördermitteln hat er seine Filialen im Einkaufszentrum Kleiner Stern, in der jetzt auch eine Poststelle integriert wurde, und in der Rathauspassage neu einrichten können. "Durch ein neues Regalsystem konnte die Fläche für Zeitungen und Zeitschriften in der Rathauspassage von 67,5 Meter auf 120 Meter vergrößert werden", so Bohtz. Entstanden ist auch ein neuer Arbeitsplatz.
Bis zum Jahr 2013 stehen für den Nordosten des Landes Brandenburg noch 1,6 Millionen für die Förderung klein- und mittelständischer Unternehmen zur Verfügung. Allerdings verlagert sich die Förderung auf Unternehmen der Innenstadt, dies mit Blick auf nachhaltige Stadtentwicklung. Eberswalde hat bisher ein Fünftel aller Anträge gestellt. 18,4 Prozent davon wurden von der Landesinvestitionsbank bewilligt.
Unterstützung gibt bei der Antragstellung es vom Amt für Wirtschaftsförderung und Tourismus, Ansprechpartnerin Jutta Aßmann, Tel. 03334 64806.
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