Nasse Keller verärgern Wandlitzer
Wandlitz (MOZ) Die Regenfälle des vergangenen Sommers galten als extrem. Aus vielen Häusern in der Gemeinde Wandlitz musste damals das Wasser gepumpt werden. Nicht einmal ein halbes Jahr später haben Anwohner erneut mit steigendem Wasser zu kämpfen.
Stillleben: Das Wasser, dass Anwohner von ihren Grundstücken pumpten, steht nun auf einer Wiese an der Ahornallee.
Es schien, als wolle der Himmel zu Beginn des neuen Jahres überhaupt nicht mehr aufreißen. Tagelang ergossen sich die Wassermassen aus dunkelgrauen Wolken. In so manchem See stieg der Wasserstand und auch zahlreiche Gräben liefen voll - oder gar über. Die Folge: Das Wasser drückte in Gärten und Keller.
Das Grundstück von Frank Losansky, das in Wandlitz direkt zwischen Bahndamm und Kehlheide liegt, war in den vergangenen Wochen zu einem erheblichen Teil von Wasser bedeckt. "Man konnte zusehen, wie es immer weiter stieg", berichtet er und deutet auf einen kleinen Graben, der hinter seinem Garten verläuft. Auch die Nachbargrundstücke wurden von dort aus regelrecht überflutet. Das Wasser stand stellenweise an den Türschwellen der darauf stehenden Wochenendhäuser. "Wir mussten tagelang abpumpen, um Schlimmeres zu verhindern", so Losansky weiter. Fast einen halben Meter über Normal habe der Wasserstand gelegen.
Der Höhepunkt ist mittlerweile überschritten. Allmählich geht das Wasser zurück - zumindest in den Gärten. In die Keller der vielen alten Häuser in Losanskys Umgebung, die zum großen Teil bereits in den 1920er und 1930er Jahren gebaut wurden, drückt es aber nach wie vor. Auf rund zehn Zentimeter schätzt Klaus Bohm den Wasserstand im Keller seines Hauses im Fuchskavelweg. Sogar Pilze würden schon aus der Wand wachsen, zeigt er sich entsetzt.
Warum das Wasser bis in die Häuser steigt, ist zumindest für Lonsanky und Bohm eindeutig. Mit dem Bau der ersten Häuser wurde auch ein Grabensystem angelegt, mit dessen Hilfe das Gebiet zwischen Bernauer Weg und Lanker Weg entwässert wurde. Die Gräben sind mittlerweile aber nur noch teilweise und in einem sehr schlechten Zustand vorhanden. "Stellenweise sind die Durchlässe völlig zugewachsen und die Gräben verkrautet", erklärt Losansky und wundert sich über die schlechte Pflege. "Da hieß es, dass wir hier eine trockene Steppe bekommen und da hat man wohl gedacht, man muss jetzt nichts mehr tun."
Doch nicht nur in Wandlitz scheint die fehlende Pflege der Gräben mittlerweile ein Problem zu sein. Auch in Stolzenhagen und Klosterfelde häufen sich die Beschwerden von Anwohnern, denen das Wasser in die Keller läuft. Entlang der Triftstraße und der Langen Gasse in Klosterfelde beispielsweise sammelt sich das Wasser. Ortsvorsteher Klaus Pawlowski (Klosterfelder Bürgerkreis) sprach deswegen schon in der Verwaltung vor.
Dort verweist man jedoch auf die unterschiedlichen Zuständigkeiten, die zwischen Gemeinde, dem Wasser- und Bodenverband und dem Abwasserzweckverband aufgeteilt sind. "Es sollen nun alle Beteiligten an einen Tisch geholt werden, um zu schauen, ob und wie man diese Probleme grundsätzlich angehen kann", erklärt Rathaussprecherin Elisabeth Schulte-Kuhnt. Bereits in zwei Wochen solle es einen Termin geben.
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