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Stefan Klug 11.09.2017 14:27 Uhr

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The Founder

(MOZ) Pappbecher, Klapptische und zuletzt Mehrfachstab-Mixgeräte - die Vertreterkarriere von Ray Kroc könnte mal einen richtigen Schub gebrauchen. Den erahnt der Mittfünfziger, als der das Schnellrestaurant der Brüder McDonalds im kalifornischen San Bernadino betritt. Kein Geschirr, keine Tische und vor allem: keine Wartezeiten. Kroc lässt sich das "Speedy"-System erklären und ist begeistert. Mac und Dick hingegen weniger. Denn ihnen geht ihr Standard und ihre Qualität über alles. Daher möchten sie nicht, wie von Ray vorgeschlagen, ihre Geschäftsidee an andere verleihen. Doch der Vertreter Kroc hat gelernt, dass man mit Beharrlichkeit an jedes Ziel kommt. Und eines Tages setzten die McDonalds ihre Unterschrift unter einen Vertrag, dem die Gründung der heute größten Fastfood-Kette der Welt folgt.

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Bild The Founder  

The Founder

© Splendid

Geschichte wiederholt sich also doch. Marc Zuckerberg war mitnichten der Erste, der mit einer geklauten Geschäftsidee ein Weltimperium errichtete. Auch bei McDonalds lief das so. Glaubt man der Darstellung, wurden die Ideengeber vom späteren CEO des Unternehmens mehrfach tüchtig über den Tisch gezogen. Freilich, ihnen fehlte der Mut, das Durchsetzungsvermögen und womöglich auch das Wissen, eine Kette zu gründen und zu unterhalten. Kroc hatte dies alles, das muss man ihm lassen. Der von Michael Keaton gespielte Firmengründer kommt hier menschlich gesehen relativ gut weg, da lesen sich so manche Schilderungen anders. Regisseur John Lee Hancock nimmt sich reichlich Zeit, die Anfangsjahre zu schildern und stellt Kroc vor allem als einen von der Idee Besessenen vor. Das er letztendlich die McDonalds-Brüder ausbootet und die Frau auswechselt fällt dabei eher unter die Kategorie, dass Späne fallen wo gehobelt wird. Alles unterliegt einem höheren Zweck. Hancock gelingt es dabei, trotz der gemächlichen Erzählweise, eine gewisse Spannung aufzubauen. Zudem hat natürlich jeder irgendwie eine Beziehung - ob gut oder eben nicht - zum Fastfood-Riesen. Da bleibt das Interesse nicht aus. Zusammen mit der gelungenen und zeitgemäßen Kulissen ergibt das unterm Strich ein sehenswertes Biopic und eine interessante Reise zurück ins Amerika der 50-er Jahre.

Genre: Drama; FSK: o.A.; Laufzeit: 115 Minuten; Verleih: Splendid; Regie: John Lee Hancock; Michael Keaton, Nick Offerman, John Carroll Lynch; USA 2017

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