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Stefan Klug 16.06.2017 17:14 Uhr

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Jackie

Der 22 (MOZ) November 1963 war nicht nur für Amerika und den Rest des Globusses ein traumatischer Tag, sondern auch für sie. Denn während die Welt einen Hoffnungsträger und die Amerikaner einen Präsidenten verloren, so war es für Jackie auch der Mann und ihr bisheriges Leben. Lyndon B Johnson wird in der Airforce One vereidigt, da sitzt die Witwe seines Vorgängers noch mit blutverschmiertem Kleid daneben. Die politische Welt muss sich weiterdrehen mitten im kalten Krieg. Da nimmt niemand Rücksicht auf die ehemalige First Lady, die dem mächtigsten Mann der Welt wie auch dem Weißen Haus so ein glamouröses Flair verliehen hat. Nur wenige Tage nach den Schüssen von Dallas gibt Jackie ein Interview, das tiefe Einblicke in die Gefühlswelt der Präsidenten-Gattin vor und vor allem kurz nach dem Attentat gewährt. Und es zeigt, dass auch der höchste politische und gesellschaftliche Gipfel nicht vor einem jähen Sturz in die Einsamkeit und Ausweglosigkeit schützt.

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Bild Jackie  

Jackie

© Tobis

So nah wie selten lässt Pablo Larrain den Zuschauer an die Ikone Jackie Kennedy heran. Doch er zeichnet kein heroisches Bild. Vielmehr das eine gebrochenen Frau, die mit dem plötzlichen Tod ihres Mannes und den daraus folgenden dramatischen Entwicklungen kaum umzugehen vermag. Das politische Amerika nimmt keine Rücksicht auf das gestrige, auch auf einen Kennedy nicht. Der neue Präsident muss regieren, will ins Weiße Haus. Dass Kennedy ein Staatsbegräbnis erhält steht außer Frage, die Details aber müssen die Angehörigen klären. Jackie fühlt sich allein und vor allem alleingelassen, nirgends zu Hause und von der Situation überfordert. Da ist der Glamour schnell weg und Natalie Portman tut wenig dagegen. Ihre Darstellung der First Lady ist geradezu erschreckend nüchtern. Ein Biopic der etwas anderen Art, durchaus interessant und sehenswert gemacht. Um so mehr, als dass Larrain mit besonders viel Filmkorn versucht, seinem Streifen etwas historisches anzuheften.

Genre: Drama; FSK: 12 Jahre; Laufzeit: 100 Minuten; Verleih: Tobis; Regie: Pablo Larrain; Greta Gerwig, Peter Sarsgaard, Natalie Portman; USA 2016

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