Facebook  Twitter
Artikel Ansicht default

Regionalnavigator

Thomas Pilz 05.12.2011 17:24 Uhr

artikel-ansicht/dg/0/

Blick nach rechts wachen Auges

Fürstenberg/Havel (MZV) Scharfe Kritik ist während der jüngsten Stadtrats-Sitzung von der Partei „Die Linke“ an Bürgermeister Robert Philipp (parteilos) gerichtet worden. Angesichts des Rechtsterrorismus sollte unbedingt auch in Fürstenberg Flagge vor allem gegen die NPD gezeigt werden.

Power für mehr Toleranz: Auf der Festwiese rocken im Sommer friedlich junge Leute ab – gegen rechts.
©

Genau dies vermisse er, sagte der Stadtverordnete Jürgen Appel. Beispielsweise sollte der Arbeitskreis gegen Rechts wieder zusammenkommen.

Gegen die Kritik verwahrte sich der Bürgermeister auf Nachfrage. Geradezu schockiert sei er von der Polemik des Stadtverordneten gewesen. Die Stadtväter hätten in sinnvollen und vernünftigen Abständen immer wieder das Thema Rechtsextremismus behandelt – wobei die NPD, das müsse eindeutig gesagt werden, noch nicht verboten sei. „Das kann nur das Bundesverfassungsgericht tun“, erklärte Philipp. Regelmäßig habe sich ein Kreis aus Vertretern der Polizei, der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde, von Ortsvorstehern, des Jugendklubs und anderen gesellschaftlichen Gruppen auf kommunaler Ebene getroffen, um das Thema rechte Gewalt zu beraten.

„Und dann gibt es das Netzwerk für lebendige Demokratie, das auf Kreis-Ebene regelmäßig tagt“, erklärt der Bürgermeister. Fürstenberg gehöre dem Netzwerk an, wobei er sich die Teilnahme an Veranstaltungen mit Yvonne Nägel vom Förderverein Gedenkstätte Ravensbrück teilt.

Letztere lobte Philipp ausdrücklich für dessen Engagement. „Er ist im Vergleich zu anderen Bürgermeistern der Region richtig aktiv, was das Thema betrifft“, sagte sie. Allgemein empfinde sie die Situation in Fürstenberg noch nicht als bedrohlich. „Wir haben noch nicht die höchste Alarmstufe“, aber eigentlich lasse sich gegen Rechts sicher noch mehr unternehmen. „Es gibt nun einmal Leute mit rechtem Gedankengut, die andere Menschen nicht sofort terrorisieren“, betonte Nägel. Dies sei auch gefährlich. Und es gebe leider einen spürbaren Mangel an einem gesellschaftlichen Grundverständnis in Bezug auf das Thema.

Artikel kommentieren   Seite empfehlen     Druckversion